
Das Rechercheteam des per „Demokratieabgabe“ (ARD über GEZ-Zwangsgebühr) finanzierten Norddeutschen Rundfunks (NDR) hat es herausgefunden: Die Zahl der Toten an Bahnübergängen steigt (https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/bahnuebergaenge-tote-100.html)!
Unter der Spannung verheißenden Rubrik „Investigativ“ ist zu lesen:
Bahnübergänge: Neuer Höchststand bei Unfalltoten erwartet
An den knapp 16.000 Bahnübergängen im DB-Netz gibt es immer wieder Tote und Verletzte. Die Bahn versucht die Zahl der Unfälle zu senken, doch die stagniert seit Jahren. Bahnübergänge abzubauen oder besser zu sichern, ist oftmals schwierig.
Bei Unfällen an Bahnübergängen ist 2025 ein neuer Höchststand zu erwarten. Die Zahl der Todesopfer und Verletzten liegt bereits jetzt über dem Niveau der beiden Vorjahre. Das ergab eine Auswertung von Daten der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) durch NDR Info und Panorama 3. Demnach starben bis Ende August auf bundeseigenen Strecken 36 Menschen bei Unfällen, 188 Menschen wurden verletzt.
Obwohl die Zahl der Bahnübergänge nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) seit 2010 um knapp ein Fünftel gesunken ist, hat sich das Niveau der Unfallzahlen an beschrankten und unbeschrankten Bahnübergängen praktisch nicht verändert. Zuletzt wurden nur noch wenige Übergänge abgebaut.
Also: Bahnübergänge töten. Pfui!
Seit Jahren stagniert die Zahl der Unfälle – obwohl die Deutsche Bahn (DB), in ihrer Sorge um das Leben des modernen Massenmenschen, keinesfalls aus Gründen der Kostenreduzierung, diverse Strecken stillgelegt und damit auch viele dieser heimtückisch tötenden Bahnübergänge effektiv außer Gefecht gesetzt hatte. Gratulation an die Bahn für diese lebensrettende Maßnahme!
Und trotz der Bemühungen der DB, unsere Leben durch Außerdienststellung der bösen Anlagen zu schützen, werden in diesem Jahr sogar noch mehr Tote erwartet als im Vorjahr.
Da werden einige besonders fiese Bahnübergänge in ihrem Blutrausch wohl Sonderschichten eingelegt haben, um unsere stets umsichtig handelnden Mitmenschen brutal ins Verderben zu stoßen. Wie machen die das bloß?
Also gilt es, noch mehr Bahnübergänge stillzulegen. Schließlich geht von diesen aggressiven technischen Anlagen eine direkte Gefahr für Leib und Leben der braven BRDler aus.
Etwas weiter hinten im Text versteckt, nach dem ‚einordnenden‘ Beitrag des heutzutage für das betreute Denken unverzichtbaren „Experten“, steht dann, wonach der zynische Verschwörungstheoretiker bereits nach dem Lesen der Überschrift zu suchen begonnen hatte – die Angabe der Ursachen:
„Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer ist zu mehr als 95 Prozent Ursache von Unfällen.“
Nein! – Doch! – Oh!
Halten Sie sich fest: In fast allen Fällen war der Grund für die Todesfälle nicht der aggressiv-bösartige Bahnübergang, sondern die Dummheit, also Lebensunfähigkeit, der Straßenverkehrsteilnehmer.
Nein, das kann nicht sein, rufen Sie? Die Zahlen sprechen für sich.
Aber zur Beruhigung der Nerven der dauerhysterischen BRDler, die sich schon überlegt hatten, die Statistik wegen Beleidigung zu verklagen (wofür zahlen wir die Rechtsschutzversicherung?), kommt dann auch umgehend die heutzutage im BRD-Medienzirkus für die Betreuung der denkunwilligen Masse unvermeidliche „Einordnung“ des ARD-Rechercheteams:
„Immer wieder kommt es aber auch zu Versäumnissen von Schrankenwärtern und Bahnübergangsposten, die vor allem an Baustellen eingesetzt sind.“
„Aber auch“! Immerhin reden wir hier von satten 5% aller Fälle, nicht wahr? Dummerweise liegt die Ursache der tragischen Unfälle auch in diesen Fällen nun doch nicht beim mordlüsternen Bahnübergang, sondern an profanem menschlichen Versagen.
Und genau deshalb mußte Murat C. sterben. Das investigative Rechercheteam berichtet:
„So starb etwa am 6. Juni 2023 am Bahnübergang Neumünster-Stoverseegen in Schleswig-Holstein der Fahrer eines Lieferwagens, Murat C. Wegen Bauarbeiten war die Schranke zum Unfallzeitpunkt außer Betrieb. Der Übergang sollte von einem Bahn-Mitarbeiter händisch gesichert werden. Doch um 20.45 an diesem Abend war die Sicherungskette offen. Murat C. fuhr mit seinem Wagen auf den Übergang und kollidierte mit einem Regionalexpress. Mehrere Hundert Meter schob der Zug das Auto vor sich her, bevor er zum Stehen kam. Der 49-Jährige starb noch am Unfallort.“
In der Fahrschule lernen wir, wie man sich beim Passieren eines Bahnübergangs zu verhalten hat. Wir lernen, mit verminderter Geschwindigkeit und bremsbereit an den Bahnübergang heranzufahren, ggf. an der Haltelinie zu halten und durch Beobachten der Bahnstrecke zu prüfen, ob sie passierbar ist, bevor wir sie passieren.
Ob Murat C., Frieden seiner Seele, seine eigene Verantwortung als Fahrer eines Lieferwagens hinreichend wahrgenommen hat, oder ob er frei von jeder Vorsicht in den Tod gefahren ist, wissen wir nicht. Im ersten Falle wäre der Unfall durch eigenverantwortliches Verhalten eventuell zu verhindern gewesen. Im zweiten Falle hätte Murat C.sich freiwillig in die 95%-Gruppe eingereiht.
Wie viele tödliche Unfälle sind denn nun aktiv von den angeblich gefährlichen Bahnanlagen als Anschläge auf das Leben der „Straßenverkehrsteilnehmer“ (ACHTUNG: ARD-untypisch nicht gegendert!) verübt worden?
Über diese interessante Frage gibt die Recherche des NRD leider keine Auskunft. Dabei wäre es doch – allein aus Gründen der Genauigkeit – wichtig, die Ursachen zu definieren, um dann die richtigen Schritte abzuleiten. Aber in der späten BRD mißachtet man solcherlei spießige Akkuratesse zurecht: man braucht sie nicht mehr, weil man ja Haltung hat.
Da eventuell bestehende weitere Ursachen für die Unfälle an Bahnübergängen nicht genannt werden, müssen wir wohl davon ausgehen, daß in der Praxis annähernd 100 Prozent aller Unfälle auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind.
Die für das betreute Denken der BRDler zuständige ARD kann solcherlei deprimierenden Fakten über den Geistes- und Sinneszustand des Massenmenschen natürlich nicht einfach sachlich feststellen, denn das würde irgendjemanden ‚triggern’…
Stattdessen hält ein emotionales Rührstück vom Tod auf den Gleisen für die Authentizität her.
Und deshalb gilt: die Bahnübergänge sind Schuld, die Bahnübergänge müssen weg! Zumindest aber muß, wo man sie leider nicht beseitigen kann, mehr Technik eingesetzt werden. Dafür plädiert der „Experte“, und das leuchtet ein. Denn der moderne Massenmensch, quod erat demonstrandum, ist dumm.
Stefan H. Heuer, M.A.,
geboren 1964, Historiker, hat als Dozent in der Erwachsenenbildung sowie in der Personalentwicklung u.a. eines VSA-Dienstleistungsunternehmens gearbeitet.