Stefan H. Heuer: Die USA kommen nach Caracas – wer hätte das gedacht? (09.01.2026)

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Monroe-Doktrin. Die USA sind durch und durch imperialistisch. Die Kreml-Lautsprecher stilisieren ihren Herrn zum Helden. Die Vernichtung des Irans für Israel steht als Nächstes auf dem Plan. Nichts wirklich Neues also.

Mit besonderem Dank an Miri Wood.

Kaum war Neujahr vorbei, erwachte die Welt eines Morgens mit der Nachricht einer erfolgreich durchgeführten Regimechange-Operation:

„In den frühen Morgenstunden des Samstags, dem 3. Januar 2026, führten die Vereinigten Staaten einseitig Bombenangriffe auf die venezolanische Hauptstadt Caracas durch. Als weiteren eklatanten Verstoß gegen die Souveränität Venezuelas entführte das US-Militär den demokratisch gewählten Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores und brachte sie illegal außer Landes.“ (https://llco.org/solidarity-with-the-people-of-venezuela-condemn-the-u-s-imperialist-intervention/)

Schon wieder Trump … Ich verachte seine Persönlichkeit und seine Unterwürfigkeit gegenüber dem Völkermordmonster Israel. Dennoch muss ich ihm Respekt zollen für die Genialität des Plans, den seine Truppen in Caracas umgesetzt haben. Innerhalb weniger Stunden erreichte Trump mit militärischer Gewalt sein Ziel. Das war wahrlich eine „Spezielle Militärische Operation“ (SMO), die diesen Titel verdient. Und Trump hatte absolut Recht, als er Putin wegen des „primitiven“ Krieges kritisierte, den der Kreml (seit fast vier Jahren) führt, ohne daß ein Ziel erreicht worden ist, außer den Donbass zu verwüsten und Millionen christlicher, weißer Männer für den Profit dieser kleinen, wurzellosen internationalen Clique zu töten.

Mit Maduros Entführung erreichte Trump das gewünschte Ergebnis. Wenn wir nicht in Betracht gezogen hätten, daß das Debakel im Donbass womöglich geplant war, und wenn wir nicht die Möglichkeit in Betracht gezogen hätten, daß die Venezuela-Affäre ein cleverer Schachzug mit Maduro als Akteur sein könnte, hätten wir uns gewünscht, Trump würde dem angeblich „russischen“ Mann im Kreml eine Lektion erteilen, wie man den Feind erfolgreich ausschaltet.

Trump – oder besser gesagt: seine Mitarbeiter – hatten Sun Tzu und Clausewitz gelesen.

Was ist offensichtlich?

„Der Angriff der USA auf Venezuela zum Jahreswechsel ist einer der unverhohlensten Akte imperialistischer Aggression der letzten Zeit. Es gab nicht einmal eine vorgetäuschte Bedrohung für Amerika oder die „Demokratie“, um ihn zu rechtfertigen, sondern nur die lächerliche Dreistigkeit, den entführten Präsidenten Maduro der Beteiligung am Drogenhandel zu bezichtigen, für den die CIA so berüchtigt ist. Genauso offensichtlich […] ist, daß Präsident Trump und seine ‚Spezialeinheiten‘ nichts anderes sind als Werkzeuge der zionistisch-imperialistischen Mafia ZIM.“ (https://paulcudenec.substack.com/p/zim-attacks-venezuela-viva-la-resistencia?publication_id=1181838&post_id=183807949&isFreemail=true&r=58nfzn&triedRedirect=true)

Ich werde mich nicht in jene Theorien vertiefen, daß Maduro sich Trump ausgeliefert hat. Auch werde ich nicht die Idee diskutieren, daß Maduro ein (jüdischer) CIA-Agent war, der den Auftrag hatte, das Land in die Knie zu zwingen. Wenn dem so war, war er sehr erfolgreich. Wenn nicht, war er nur ein Politiker, der – ob aus Inkompetenz oder Korruption – seinem Volk das Schlimmste statt des Besten gebracht hat. Warum sollten wir uns um Maduro kümmern? Falls er einen fairen Prozess erhält (was ich nicht annehme), wird er solche Anschuldigungen gegen ihn entkräften.

Und schließlich verwerfe ich die falsche Dichotomie „USA böse – BRICS gut“. Mit Syrien, dem Iran und nun Venezuela hat sich diese Propaganda selbst zerstört und wird heute nur noch von Dummköpfen oder Leuten mit ganz bestimmten Motiven nachgeplappert.

Tatsächlich hat Russland Syrien im von der NATO geführten Terrorkrieg NICHT unterstützt. Mehr noch, Putin hintertrieb den Sieg der syrischen Armee und die Ausrottung von IS und Al-Qaida (alias Pentagon und CIA-Mossad). Und nachdem Damaskus in die Hände der bärtigen Wahnsinnigen gefallen war, die ihre Zeit in Syrien als Massenmörder, Vergewaltiger und Diebe verbracht hatten, zögerte Putin nicht, das HTS-Regime zu preisen (https://syrianews.cc/putin-back-on-track/).

Erinnern wir uns nicht daran, wie Putin das Monster Al-Jolani in Moskau für die ‚Errungenschaften‘ des HTS-Regimes lobte (https://syrian.substack.com/p/two-heads-of-russian-people-meet)? Putin wußte sehr wohl, welche ‚Errungenschaften‘ das HTS zu diesem Zeitpunkt vorzuweisen hatte: Massenmord, Terror, Diebstahl und Plünderung.

Ist es nicht ein sehr großer Zufall, daß Israel Syrien jedes Mal nach einem Besuch Netanjahus in Moskau bombardiert hatte? Ist es nicht eine große Überraschung, daß die USA sich nach Netanjahus Treffen mit Trump an Israels Angriff auf den Iran beteiligten?

Tatsächlich stand Russland weder Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen noch all den anderen Nationen bei, die von dieser wurzellosen Clique mit allen Mitteln angegriffen wurden. Das muß wohl dieses berühmte „Putin-Trump-4D-Schach“ sein, bei dem angeblich die westliche Hegemonialmacht ausgetrickst wird und von dem die Sprachrohre immer reden.

Und nun der Putsch gegen Venezuela – jenes Land, das angeblich über die größten Ölreserven der Welt verfügt (immer ein willkommener Anlass für das böse Imperium, Demokratie mit Bomben zu bringen) und das nicht nur ein Verbündeter Syriens gewesen ist, sondern auch das Recht der Palästinenser auf ihre Heimat lautstark vertreten hat.

Zur Erinnerung:

Am 7. Mai 2025 unterzeichneten Putin und Maduro den „Vertrag zwischen der Russischen Föderation und der Bolivarischen Republik Venezuela über strategische Partnerschaft und Zusammenarbeit“, der am 27. Oktober 2025 in Kraft trat (http://en.kremlin.ru/acts/news/7830).

Am 4. September 2025 warnte Russland vor dem anhaltenden Terror der USA: „Russland hat die jüngsten Militäraktionen der Vereinigten Staaten nahe Venezuela scharf verurteilt und Washington vorgeworfen, die regionale Stabilität zu gefährden, nachdem Präsident Donald Trump einen Marineaufmarsch und einen gezielten Angriff auf ein Boot angeordnet hatte, das angeblich mit einem venezolanischen Drogenkartell in Verbindung steht. Laut einem Bericht von Newsweek kritisierte das russische Außenministerium den Schritt und warnte, solche Aktionen könnten die Spannungen in Lateinamerika verschärfen und die regionale Sicherheit untergraben.“ (https://www.firstpost.com/world/threat-to-regional-security-russia-backs-venezuela-slams-trumps-military-strike-13930844.html )

Am 11. Dezember 2025 telefonierte Putin mit Maduro: „Wladimir Putin bekundete seine Solidarität mit dem venezolanischen Volk und bekräftigte seine Unterstützung für die Politik der Maduro-Regierung, die darauf abzielt, angesichts des wachsenden externen Drucks nationale Interessen und die Souveränität zu schützen.“ (http://en.kremlin.ru/catalog/countries/VE/events/78717)

Am 3. Januar 2026 wurde Maduro, der Russland als „eine Schlüsselmacht der Menschheit“ bezeichnet hatte (https://www.dw.com/en/russia-venezuela-vladimir-putin-what-us-capture-nicolas-maduro-means-ukraine-war/a-75416727), durch eine erfolgreich durchgeführte SMO ausgeschaltet, während die Schlüsselmacht der Menschheit tatenlos zusah.

Falls, wie die Putin-Propagandisten uns glauben machen wollen, ihr Held Venezuela mit hochentwickelten Waffen ausgestattet hat, um die USA im Falle eines Angriffs in den Atlantik zu jagen, stellt sich die Frage, wo diese wunderbaren Kreml-Wunderwaffen™ am Morgen des 3. Januar gewesen sind.

Nun ja …: „diese Unterstützung scheint nun größtenteils symbolisch zu sein, mit unterstützenden Erklärungen statt konkreter militärischer oder finanzieller Hilfe“ (https://www.bbc.com/news/articles/c075mr3190mo).

Vielleicht waren sie, wie in Syrien, nie dort (oder außerhalb der Reichweite des Militärs)?

„Es gab wahrscheinlich einige alte russische Waffensysteme in Venezuela, aber ich bezweifle stark, daß es seit Beginn der SMO nennenswerte Lieferungen gab, schon allein deshalb, weil wir wissen, daß Russland seine anderen vermeintlichen Verbündeten nicht mit der benötigten Ausrüstung versorgt hatte (siehe Syrien, Libanon, Iran) und weil Russland in einen Krieg verwickelt war und wahrscheinlich keine Waffen übrig hatte.“ (https://slavlandchronicles.substack.com/p/did-moscow-betray-maduro?publication_id=795903&post_id=183508637&isFreemail=true&r=58nfzn&triedRedirect=true)

Angesichts unbestreitbarer Fakten kann man wohl, wie ein Freund kürzlich, sagen, daß Putin einen Verbündeten nach dem anderen verrät – indem er sie zum Spottpreis oder für gar nichts an Russlands Feinde verkauft. Daher stimme ich denen zu, die auf Fakten basierend schlussfolgern: „Putin war nie NATO-feindlich. Er tat alles in seiner Macht Stehende, um jeden NATO-Kritiker in Russland zu vernichten. Er versuchte, einen NATO-Militärstützpunkt in Russland zu errichten. Dies ist nicht das Verhalten eines russischen Patrioten, sondern das eines eingesetzten Herrschers einer Satrapie, d. h. einer Besatzungsregierung.“ (https://slavlandchronicles.substack.com/p/there-is-no-one-who-loves-nato-more)

Vielleicht ist dies der Grund, warum er 2019 alle Truppen aus Venezuela abgezogen hat (https://www.voanews.com/a/russia-pulls-military-personnel-out-of-venezuela-trump-says/4944072.html)?

Warten wir die nächste Gelegenheit ab, die Putin erhält, um endlich das zu werden, was die berüchtigte Schar gut bezahlter Kreml-Lautsprecher im Westen behauptet: daß Putin ein wahrer russischer Patriot und frommer orthodoxer Christ ist, der gegen das Böse kämpft und eine gerechte multipolare Ordnung gegen die Unipolarität der westlichen Hegemonialmacht aufbaut.

Die Tatsache, daß Putin nie als russischer Patriot oder orthodoxer Christ, sondern als geschickter Agent fremder Mächte und Interessen agiert, hat die eingefleischten Gläubigen und bezahlten Propagandisten bisher nicht gestört.

Vermutlich wird diese nächste Gelegenheit für Putin, sein wahres Gesicht zu zeigen, (erneut) der Iran sein: Zion und seine Vasallen – allen voran der im Weißen Haus – werden nicht ruhen, bis Teheran sowie alle iranischen Vermögenswerte und Rohstoffe in ihren Händen sind – und die iranische Notenbank der Rothschild-Dynastie unterstellt wird, die bereits fast alle Zentralbanken der Welt kontrolliert (https://www.kla.tv/13930).

Nach dem Scheitern in Syrien und Venezuela könnte Putin nun im Iran beweisen, was ein Verbündeter ist, indem er das Land mit hochentwickelten Verteidigungs- und Angriffswaffen ausstattet (von denen angeblich die besten aus Russland kommen).

Putin könnte sogar einige Oreschnik-Marschflugkörper (https://aerospacedefenserd.com/payload-of-the-oreshnik-missile/) stationieren, um dem Iran zu ermöglichen, Tel Aviv in Schutt und Asche zu legen. Er könnte sogar Atomwaffen stationieren – von denen jeder weiß, daß der Iran selbst keine besitzt. Neben entsprechender militärischer Unterstützung könnte Putin auch eine politische und diplomatische Offensive gegen den westlichen Terror starten. Bislang hat er außer leeren Worten nichts unternommen.

Die aktuellen Ereignisse scheinen jedoch darauf hinzudeuten, daß sich Putin erneut zum Verrat und zur Unterwürfigkeit gegenüber seinen Herren entschließen könnte:

„Unterdessen geschehen im und um den Iran herum Dinge, die darauf hindeuten, dass wir sehr, sehr kurz vor dem Beginn der jüdisch-englischen Operation stehen, die Regierung zu stürzen und dort einen Bürgerkrieg auszulösen.“ Die russische Botschaft in Israel hat ihr Personal bereits evakuiert, da sie als Reaktion auf die nächste Bombardierungskampagne über Teheran mit leichten Regenschauern rechnet.“ (https://slavlandchronicles.substack.com/p/it-seems-like-iran-is-about-to-start?publication_id=795903&post_id=183866735&isFreemail=true&r=58nfzn&triedRedirect=true)

Sofern Putin nichts von den geplanten Angriffen weiß, wieso zieht er sein diplomatisches Personal aus einem potenziellen Kriegsgebiet ab, so wie er es mit dem Militär in Venezuela getan hatte?

Und übrigens hat Putin auch mit dem Iran eines jener bilateralen Abkommen „über strategische Partnerschaft und Zusammenarbeit“ abgeschlossen (https://mecouncil.org/publication/strategic-transactionalism-the-iran-russia-partnership/), die von Seiten des Kreml nichts als heiße Luft zu sein scheinen…

Stefan H. Heuer, M.A.

Historiker, hat als Dozent in der Erwachsenenbildung sowie in der Personalentwicklung u.a. eines international tätigen VS-amerikanischen Dienstleistungsunternehmens gearbeitet.