Die marxistische „junge Welt“ berichtet über ihre ideologischen Genossen in Syrien – und verschweigt das Wesentliche

Die Tageszeitung „junge Welt“ (jW) berichtet heute zu einem Thema, das mich seit 15 Jahren besonders interessiert: Syrien.
Die jW ist eine marxistische Zeitung. In der DDR war die jW das Organ der „FDJ“, der Jugendorganisation der Staatspartei „SED“. Heute wird sie von einer Genossenschaft herausgegeben.
Grundsätzlich schätze ich die Berichterstattung dieser Zeitung über Syrien und all die anderen Länder, die vom Wertewesten mit „Demokratie und Freiheit“ gesegnet wurden (Irak, Afghanistan, Libyen, Sudan, Mali, Serbien, Somalia, Libanon und eben auch Syrien), auch wenn ich die ideologische Haltung der Zeitung keineswegs teile. Anders als die kriegshetzerische Gossenjournaille der zionistischen BRD-Plutokratie bringt die jW Hintergründe in die Aufmerksamkeit des Lesers.
Der genannte Artikel (https://www.jungewelt.de/artikel/528645.syrien-mission-erf%C3%BCllt.html befaßt sich nun mit dem Schicksal der kurdisch dominierten „SDF“-Kräfte nach dem Fall Syriens in die Hände der vom Westen, arabischen Despoten und dem Kreml unterstützten Dschihadisten unter ihrem Anführer Al-Jolani, der sich nun als „Präsident“ Syriens ausgibt, autorisiert von niemand anderem als Trump, den arabischen Despoten, Putin und der EU.
Die SDF hat von ihrer Gründung an mit den USA zusammengearbeitet, die tatsächlich der Hauptanstifter der Aggression gegen Syrien zwischen 2010 und 2024 sind. Mein lieber Freund Arabi Souri vermittelt in einem Glossar(https://syrianews.cc/encyclopedia/sdf/) seiner Seite Syria News ein Verständnis für die Rolle der SDF in Syrien:
„SDF – Diese Abkürzung steht für eine von Kurden geführte Miliz, die unter US-Kommando im Nordosten Syriens operiert, um aus syrischem Gebiet einen pro-israelischen Enklavenstaat zu schaffen, der die wichtigsten Wasserressourcen, Ölfelder und fruchtbaren Böden des Landes kontrolliert. Sowohl die kurdische SDF als auch die FSA-Terroristen arbeiten für die USA. Die SDF nutzte eine andere US-Miliz, den IS, aus, indem sie vorgab, gegen ihn zu kämpfen, und hat erfolgreich als Trojaner fungiert, um eine türkische Besetzung syrischer Gebiete herbeizuführen. Die Kommandeure der SDF kamen aus dem irakischen Qandil-Gebirge, und ihre Waffen und Logistik stammten aus den USA bei voller Unterstützung durch Israel.“
Dieser Artikel von jW erscheint mir persönlich jedoch – wie auch andere in der Vergangenheit zu diesem Thema – als übermäßig wohlwollend und einseitig, da er sich mit den kurdischen Terrorgruppen im Nahen Osten befaßt, die ideologisch mit der Linie von jW übereinstimmen, dabei aber die Funktion der SFD als Interessenvertreter Washingtons (https://syrianews.cc/biden-inclusive-junta-continues-stealing-syrian-oil/) und Tel Avivs verschweigt, ebenso wie die schrecklichen Gräueltaten (https://syrianews.cc/syrian-town-expels-by-force-us-proxy-kurdish-sdf-terrorists/) dieser separatistischen Terrorbanden gegen arabische muslimische und assyrische christliche Bewohner der von den Kurden unrechtmäßig reklamierten Gebiete Syriens.
Ist es nicht seltsam, daß eine marxistische Zeitung, die normalerweise korrekt über den Völkermord im Gazastreifen und die Aggression der illegalen jüdischen Entität, die Palästina besetzt, gegen Syrien, den Libanon und den Iran berichtet, die Augen davor verschließt, daß diese kurdischen Milizen Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung (https://syrianews.cc/sdf-terrorists-launch-mass-kidnappings-in-raqqa-and-hasakah/; https://syrianews.cc/updates-us-stealing-oil-kurdish-sdf-murder-a-syrian-young-man/) begangen haben und von genau jenen Mächten geführt wurden, die die jW im Allgemeinen zu Recht kritisiert? Nun, wenn man bedenkt, daß diejenigen, die hinter der Entstehung der Ideologie des Marxismus (in all seinen Varianten) und des Kommunismus standen, auch die Gründung des illegalen Gebildes „Israel“ auf gestohlenem Land betrieben hatten, ergibt das eine gewisse Logik.
In meinem in Englisch veröffentlichten Artikel „Nützliche Idioten: Reaktionäre Linke propagieren die Zerstörung souveräner Nationen“ (https://syrianews.cc/useful-idiots-reactionary-leftists-propagate-the-destruction-of-sovereign-nations/) hatte ich bereits über dieses Phänomen geschrieben. Dort hatte ich festgestellt: „[…] Die Kurden in Syrien und im Irak sind in Wirklichkeit Separatisten und Aufständische, die Terror und Landraub einsetzen, um ihr Ziel eines kurdischen Staates auf annektiertem Land zu erreichen. Damit spielen sie jenen Mächten in die Hände, die Völkermord begehen und die Palästinenser unterdrücken, um den Fortbestand der zionistischen Entität zu sichern.“
Offenbar hat sich der Schlußsatz meines o.g. Artikels aus dem Jahr 2017 bewahrheitet: „Die Kurden […] scheinen es zu genießen, Schachfiguren im Spiel satanischer, völkermordender Monster zu sein…“
Gegen das nationale Syrien unter der Präsidentschaft Bashar al-Assads haben sie gekämpft. Mit Al-Jolani und seinen Spießgesellen haben die Kurden nun genau dasjenige Regime in Damaskus, das zu ihnen paßt.
Stefan H. Heuer, M.A.
Historiker, geboren 1964. Hat als Dozent in der Erwachsenenbildung sowie in der Personalentwicklung unter anderem eines US-amerikanischen Unternehmens in Deutschland gearbeitet.
Dieser Artikel erschien am 27.8.2026 auf der Substack-Seite des Autors: https://stefanhheuer.substack.com/p/berichterstattung-uber-syrien-wenn