BRD und HTS: man versteht sich

Die offizielle syrische Nachrichtenseite SANA titelt heute:
„Präsident al-Sharaa und der deutsche Bundespräsident besprechen in Berlin den Ausbau der bilateralen Beziehungen“. (https://sana.sy/en/politics/2306562/)
Das klingt doch wirklich positiv. Und jeder Leser kann sich sein Wunschbild daraus schneidern:
- Der HTS-Fanboy jubelt über internationale Aufmerksamkeit für seinen Helden,
- die BRD-Regierung kann propagandistisch von den von ihr verursachten massiven innenpolitischen Problemen ablenken und sich als erfolgreich darstellen.
- der BRD-Fetischist freut sich über die bedeutende Rolle seines Nichtstaats bei tollen humanitären Wiederaufbauleistungen im zerrütteten Syrien,
- der kalt kalkulierende Opportunist freut sich auf Aufträge,
- der BRD-treue AfD-Sympathisant erhofft eine baldige Remigration der Syrer,
- die Rothschildbanken freuen sich über satte Profite und Provisionen aus Wiederaufbaufonds und -krediten,
- und selbst der geistig unbedarfte Tagesschau-Kosument nimmt irgendwas von Wir sind wichtig im Grundrauschen des Systemfunks wahr.
Das ist also eine echte WIN-WIN-Situation. Außer für die Syrer, natürlich, die unter dem BRD-unterstützten HTS-Terror (https://multipolaristen.de/nn-wir-lagen-nicht-falsch-als-wir-es-den-fall-syriens-nannten-ein-duesteres-jubilaeum-bericht-aus-syrien-05-12-2025/) leiden. Aber die fragt niemand, denn um sie geht es bei dieser feschen Party (https://syrianews.cc/billions-now-flow-into-al-qaeda-hts-ruled-syria-really/) nicht.
Der derzeitige Präsident der (nicht-deutschen) Besatzerorganisation Bundesrepublik Deutschland, Herr Steinmeier, empfängt den Al-Qaida-/IS-Terroristen und selbsternannten „Präsidenten“ Syriens, den HTS-Mann Al-Jolani, der sich “al-Sharaa” (SANA) nennt, seitdem er seinen Hintern auf dem feinen Mobiliar des Damaszener Präsidentenpalasts breitsitzt.
Da kommt zusammen, was zusammengehört.
Tatsächlich hat Herr Steinmeier einige Erfahrung darin gesammelt, den Terrorismus erfolgreich zu unterstützen, wie Sie in einem Artikel (https://syrianews.cc/genocidal-still-moderate-germany-supports-rebels-certain-reason/)lesen können, den ich 2016 für Syria News über Steinmeier, damals Außenminister der BRD, und seine kopfabschneidenden Kumpanen geschrieben habe.
Diesen gebe ich Ihnen hiermit in deutscher bearbeiteter Übersetzung zur Kenntnis.
Übersetzung:
Völkermordend, aber dennoch „moderat“ – Deutschland unterstützt seine „Rebellen“ aus einem bestimmten Grund
7. Mai 2016 – Stefan Heuer
Nach dem abscheulichen Beschuß von Krankenhäusern und Wohngebieten in Aleppo durch die vom Westen als ‘syrische Rebellenmilizen’ (https://syrianews.cc/encyclopedia/moderate-rebels/) bezeichneten Gruppen empfing der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier am 4. Mai in Berlin den Mann, den der Westen als einen der Anführer der vom Westen inszenierten ‘syrischen Opposition’ bezeichnet. Der Mann, besser bekannt als Riad Hijab, war kurzzeitig Premierminister Syriens, bevor er 2012 von Präsident Assad entlassen wurde und nach Jordanien floh, von wo aus er dann seine Sabotage gegen Syrien begann. Steinmeier will seine ganz eigenen ‘Rebellen’ zurück an den Verhandlungstisch in Genf bringen, wo sie auf die wahren Vertreter der syrischen Nation und des syrischen Volkes treffen.
Offensichtlich ist der deutsche Außenminister bestrebt, die wertlosen „Friedensgespräche“ wieder aufzunehmen und einen neuen Waffenstillstand zu erreichen, da die westlichen Marionetten von Jabhat al-Nusra, wie sich als Al-Qaida in Syrien bezeichnet, in Aleppo und anderswo kurz vor der vollständigen Zerschlagung stehen, während die Syrische Arabische Armee auch den westlichen Stellvertreter ISIS (https://syrianews.cc/encyclopedia/isis/) hart bedrängt. Dies sind in der Tat schlechte Tage für Steinmeier.
Der Waffenstillstand, von dem für Aleppo zuvor keine Rede war, ist ein vitales Interesse der westlichen Terrorstaaten (https://syrianews.cc/encyclopedia/humanitarian-bastards/), die all diese Banden mit den schicken Namen ins Leben gerufen haben, die sich beim Töten von Zivilisten jedoch alle gleichen. Aus westlicher Sicht soll der Waffenstillstand dazu dienen, die Terroristen, die der Westen immer noch als „Rebellen“ bezeichnet, zu verstärken, neu zu gruppieren und wieder zu bewaffnen. Denn diese Rebellen sind die ‘Bodentruppen’ des Westens, die westliche Befehle ausführen und westliche Interessen vertreten.
Deutschland selbst gehört zu den großzügigen Geldgebern der ‘Gemäßigten’, die syrische Kinder töten, Frauen vergewaltigen und die Organe gefangener Soldaten der syrischen Armee verspeisen.
In den Jahren 2013 und 2014 spendete Deutschland öffentlich mindestens 405 Millionen Euro (450 Mio. US-Dollar) an die Terroristen der vom Westen geschaffenen „FSA“(https://syrianews.cc/encyclopedia/fsa/), wobei der vom Westen geschaffene „Syrische Nationalrat“ (SNC) als Fassade diente. Diese FSA ist jene Bande, von der Syrer behaupten, sie sei eine Geisterarmee, ein Propagandainstrument, das nur aus dem einzigen Grund am Leben erhalten wurde, um westliche Gelder für die noch schlimmeren Typen von Jabhat al-Nusra / Al-Qaida zu sammeln.
Diese FSA hatte bereits vor einigen Jahren öffentlich ihren Zusammenschluß mit der Al-Nusra-Front angekündigt, doch die westlichen Politiker, die der Welt stets Lektionen in „Demokratie“ und „Rechtsstaatlichkeit“ erteilen, kümmerten sich nicht darum, Al-Qaida nun als Al-Qaida zu finanzieren, da Al-Qaida, wie wir uns erinnern, seit ihrer Gründung im Jahr 1980 nie von jemand anderem als den USA finanziert und angeleitet worden war.
Gerade als die Syrische Arabische Armee ihre große Offensive auf die von den „Rebellen“ gehaltenen Gebiete in Aleppo startete, um den Terroristen die Stadt zu entreißen, verbündete sich Jabhat Al-Nusra / FSA mit zwei anderen großen, vom Westen unterstützten Terrorbanden: Ahar al-Sham (eine Schöpfung des Pentagons) und Jaysh al-Islam (eine Schöpfung der CIA). Diese westlichen Stellvertreter wurden und werden nach wie vor von den engsten Verbündeten Deutschlands finanziert und bewaffnet, und so wunderte es niemanden, daß es Herr Steinmeier war, der auf die Teilnahme dieser mit Al-Qaida verbundenen Terrorbanden an den Genfer „Friedensgesprächen“ drängte. Tatsächlich war es Steinmeiers Gast Riad Hijab, der den Anführer von Jaysh al-Islam zum Chef der „syrischen Oppositionsgruppe“ in Genf machte. Raten Sie mal, wer im Hintergrund die Fäden zog?
Herr Steinmeier weiß genau, wen er unterstützt. Er weiß, wen er über 23 Millionen Syrer herrschen lassen will. Er kennt die Berichte über die brutalen Gräueltaten – wie Folter, Vergewaltigung, öffentliche Enthauptungen –, die Jaysh al-Islam in jenen Teilen von Al-Ghouta im Umland von Damaskus begeht, die noch unter der Kontrolle dieser Schläger stehen.
Aber Verbrechen gegen die Menschlichkeit stören einen Charakter wie Herrn Steinmeier augenscheinlich nicht. Schließlich hat er den US-Putsch in der Ukraine unterstützt und macht sich mit den grausamsten Verbrechern, die die Welt je gesehen hat, gemein: dem blutigen zionistischen Regime von Tel Aviv, dem blutigen Höhlenmenschen-Regime der Al-Sauds und dem blutigen Diktator Erdogan aus der Türkei. Typen wie Herr Steinmeier lieben Terroristen, die ihren Zielen dienen, so einfach ist das.
Daß Deutschland sich an „Friedensgesprächen“ und einem Waffenstillstand in Syrien beteiligt, bedeutet daher nichts anderes, als daß Deutschland darauf abzielt, jene terroristischen Massenmörder weiter zu unterstützen, die mit ihren berüchtigten „Höllenfeuer“-Kanonen Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete beschießen und so Hunderte von Opfern, Tod, Leid und Verzweiflung verursachen. Und natürlich kooperiert Deutschland mit den anderen westlichen Terrorstaaten und deren Marionetten: An den Berliner Gesprächen von Herrn Steinmeier mit Riad Hijab nahmen auch der französische Außenminister, Herr Ayrault, und Herr de Mistura, UN-Sonderbeauftragter, teil.
Was wir aus diesem Treffen ableiten können, ist genau Folgendes: Das Ziel der westlichen Mächte ist es, einen Waffenstillstand wiederherzustellen, um ihren genozidalen Schachfiguren die Möglichkeit zu geben, sich neu zu positionieren, wieder aufzurüsten und ihre Macht zu stärken. Neben diesem offensichtlichen Ziel aller westlichen Mächte, die sich in der Verschwörung gegen Syrien verbündet haben, will Deutschland selbst sich stärker in der Region „engagieren“ und mehr Einfluß gewinnen. Was könnte das Ergebnis für Deutschland sein? Natürlich strebt Deutschland eine bessere Position im Wettlauf um neokolonialen Raub an – den Raub syrischer Vermögenswerte, die Aneignung syrischer Ressourcen und den Erhalt hochkarätiger Aufträge für den Wiederaufbau Syriens.
Wenn es nicht um Macht, Kontrolle und Profit geht, aus welchem anderen Grund könnte es sonst sein, daß eine europäische Regionalmacht wie Deutschland enorme finanzielle und politische Anstrengungen unternimmt, um den blutigsten und völlig illegalen Krieg seit 1945 zu schaffen, zu bewaffnen, zu finanzieren und zu unterstützen – an der Seite der Aggressoren?
In der Sprache der Politiker klingt das natürlich schöner: eine „effektiv arbeitende Übergangsregierung“ ermöglichen (Steinmeier). Eine „Übergangsregierung“ ist nur ein Vorwand, um Al-Qaida – alias westliche Marionetten – in Damaskus an die Macht zu bringen. Oder, kurz gesagt: einen Regimewechsel.
Aber wer zum Teufel ist Herr Steinmeier, daß er meint, über Syrien entscheiden zu dürfen?
Wer hat diesen Terroristen Riad Hijab dazu ermächtigt, politische Macht für sich und seine Marionetten der Muslimbruderschaft (gelenkt aus Washington und Tel Aviv) zu beanspruchen? Niemand.
Leidet Syrien unter dem Fehlen einer Regierung, die aus fairen und repräsentativen Wahlen hervorgegangen ist? Nein.
Leidet Syrien unter dem Fehlen einer anständigen Verfassung? Nein.
Wie kommt es, daß ein ehemaliger US-Senator, Herr Black aus Virginia, dem Westen diese einfache Tatsache mitteilen muß:
- Nur Syrer sind befugt, über Syrien zu entscheiden.
- Syrien hat eine legitime Regierung, die sich um das Volk kümmert und nicht um Rothschild-Banken.
- Syrien hat eine moderne Verfassung (2012 wurde die Verfassung durch die Zustimmung einer großen Mehrheit des syrischen Volkes bestätigt).
Im krassen Gegensatz zum demokratischen Prozess in Syrien wirft die Situation in Deutschland viele Fragezeichen auf. Nur zwei Beispiele, die Ihnen verdeutlichen sollten, warum Deutschland das allerletzte Land ist, das anderen Nationen Lektionen erteilen kann:
- Das deutsche Grundgesetz wurde 1948 von den britischen, französischen und US-amerikanischen Besatzern Deutschlands verfaßt, ohne das deutsche Volk um Zustimmung zu bitten.
- Die deutsche Regierung entsteht aus Wahlen, die von deutschen Rechtsexperten und dem Bundesverfassungsgericht als unfair und manipuliert kritisiert werden.
Würde ein vernünftiger Mensch Funktionsträger aus einer solcherart gebildeten Institution als kompetent erachten, über andere Länder zu entscheiden?
Herr Steinmeier verhält sich wie der Zauberlehrling, wie ihn der große deutsche Dichter Goethe beschrieb: Der Zauberer, der Meister, geht fort, und der Lehrling versucht, die Dinge für sich zum Laufen zu bringen, scheitert jedoch kläglich und ist sogar vom Untergang bedroht, als schließlich der Zauberer zurückkehrt, den Lehrling (leider) rettet und mit seiner magischen Kraft die Ordnung wiederherstellt. Herr Steinmeier ist der Zauberlehrling, der nun versucht, die Büchse der Pandora zu schließen, die er aus üblen Absichten und schlechten Absichten geöffnet hat.
Tatsächlich haben gerade Herr Steinmeier und seine Kumpanen dabei geholfen, die Tore zur Hölle zu öffnen. Und in dieser Hölle werden sie enden.
Quellen:
Syrien-Gespräche in Berlin. Auswärtiges Amt – Pressemitteilung; Berlin, 03.05.2016. (https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/160503-syrien-gespraeche-280322)
Aron Lund: An Islamist Experiment; Political Order in the East Ghouta. (https://carnegieendowment.org/people/aron-lund?lang=en)
Ende der Übersetzung_
Soweit die Kooperation BRD-Terroristen im Jahr 2016. Positiv gesehen können wir sagen: Herr Steinmeier ist sich über all diese Jahre treu geblieben. Das ist auch eine Leistung.
Aber auch HTS-Jolani – pardon: Al-Sharaa! – konnte reüssieren: Nach dem Schwätzchen mit dem Bundespräsidenten ging es für den Staatsgast gleich weiter zum Bundeskanzler, mit dem Fragen des Ausbaus der weiteren bilateralen Zusammenarbeit besprochen wurden, um dann mit dem Außenminister sowie Vertretern von BRD-Unternehmen die praktische Zusammenarbeit in Wirtschaftsfragen zu finalisieren.
SANA vermeldet dazu:
“Im Rahmen des Treffens stellten Unternehmen Vorschläge aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen vor, darunter Energie, Finanzen, Sicherheit und digitale Transformation sowie Bauwesen, Gesundheitswesen und Logistik. Während des Treffens wurden mehrere Absichtserklärungen zwischen syrischen Behörden und deutschen Unternehmen unterzeichnet.”
Ist das nicht schön? Da ist nun wirklich, nach zehn Jahren, endlich zusammengekommen, was auch zusammengehört. Diejenigen, die Syrien zerstört haben, sitzen mit denjenigen, die diese Zerstörung politisch und finanziell ermöglicht haben, zusammen, um über den Wiederaufbau Syriens zu verhandeln, der ohne sie und ihren Terrorkrieg gegen die syrische Nation gar nicht notwendig geworden wäre. Klasse!
Die BRD und ihre Kopfabschneider: Man mag sich, man versteht sich. Schließlich ist man seit 2011 einen langen Weg gemeinsam gegangen. Nun sollen die reifen Äpfel vom Baum gepflückt werden.
____________
Bildquelle: https://cdn.sananews.sy/2026/03/President-Ahmad-al-Sharaa-meets-German-President-Steinmeier-in-Berlin-Germany-860×573.jpg