Stefan H. Heuer: Gedanken zum achten Mai (8. Mai 2025)

Nun ist er also da – jener Tag, jenes Jubiläum.

Mit dem achten Mai 1945 verbindet sich für uns Deutsche ein ganz besonderer Schicksalstag.

Mit den Unterschriften der Oberbefehlshaber der Wehrmacht trat der Waffenstillstand in Kraft und die Kämpfe kamen zum Erliegen. Trotzdem haben wir immer noch keinen FRIEDEN in Europa, da die alliierten Sieger noch keinen Friedensvertrag mit Deutschland (und Japan!) angeboten oder unterzeichnet haben. Ein Friedensvertrag, als Ergebnis fairer Absprachen, ist das einzige Instrument, das den Krieg endgültig beendet. Deshalb sind wir Deutschen nach den Bestimmungen der Haager Landkriegsordnung (1907) noch unter der Rechtsordnung eines Waffenstillstandes, nicht eines Friedens, also den Mitteln der alliierten Politik unterworfen. Endgültige Regelungen für eine Friedensordnung in Europa haben noch nicht stattgefunden, weil die Sieger am System des Waffenstillstandes festhalten wollen. Der „2+4“-Vertrag der beiden (noch geteilten) deutschen Staaten BRD und DDR mit den alliierten Siegermächten UdSSR, USA, Großbritannien und Frankreich von 1990 war nie als Friedensvertrag gedacht und enthält auch keine Regelungen für eine Friedensordnung. Und das diesem Vertrag unterworfene Konstrukt ist der „Staat“, den sie Deutschland nennen, das ist immer noch der alliierte „tributpflichtige Vasall“ (Z. Brezinsky, 1995), der die BRD seit ihrer Gründung 1949 ist. Diejenigen, die behaupten, die BRD sei ein souveräner Staat, mögen erklären, warum Deutschland keine Verfassung hat, sondern nur ein (koloniales) „Grundgesetz“, das sogar die Artikel 120, 139 und 149 enthält…

DIESE Situation des deutschen Volkes, eher Insassen einer Kolonie zu sein als ein freies Volk, das sein Schicksal selbst bestimmt, ist natürlich ein Haupthindernis für Frieden und ein Werkzeug der Kriegstreiber seit 1945. Folglich wird Deutschland wieder als die Kraft aufgebaut, die gegen Russland in den Fleischwolf geworfen werden soll, genau wie 1914 und 1939/40, und genau von denselben Mächten wie 1914 und 1939.

1945? Mein Großvater wurde 1945 aus dem Konzentrationslager Buchenwald befreit, in dem er seit 1939 inhaftiert war, die Familie meines Vaters – er, sein älterer Bruder, seine Schwester und seine Mutter – fanden sich nach der Zerstörung ihres Hauses und Geschäfts durch britische Bomber 1943 als Bettler bei der Sozialhilfe wieder, mein Stiefgroßvater, ein Arbeiter im Continental-Reifenwerk in Hannover, ein ehemaliger Soldat des Ersten Weltkriegs, der zu Fuß aus französischer Kriegsgefangenschaft nach Hause gekommen war, fand sich in den Ruinen seines Arbeitsplatzes wieder, wo er sein Leben riskiert hatte, weil er die Rationen mit Zwangsarbeitern, Frauen aus der Ukraine und Russland, geteilt hatte (was streng verboten war). Meine Großmutter wurde von der Angst vor fortgesetzter psychischer Folter durch die GeStaPo in Form von wiederholten Vorladungen und kurzfristigen Verhaftungen befreit. Im Jahr 1945 hatte niemand aus meiner Familie jemandem etwas zuleide getan. Aber trotzdem waren sie alle von diesem Krieg betroffen. Und, Junge, die Deutschen, die fünf lange Jahre Krieg und intensive alliierte Bombenangriffe auf ihre Städte überlebt hatten, mussten in den Jahren, die unter direkter alliierter Herrschaft standen, weiter leiden.

Für mich ist der achte Mai daher auf keinen Fall ein „Tag des Sieges“ – denn ich bin kein Amerikaner, Brite, Franzose oder Russe. Auch ist es kein „Tag der Befreiung“, denn für die absolute Mehrheit der wehr- und schutzlosen Deutschen folgte auf das Ende der Kampfhandlungen der Zusammenbruch jeglicher staatlichen Ordnung und das massenmörderische Wüten der bösartigsten Psychopathen, die die Menschheit je gesehen hatte.

Für mich ist der achte Mai, in Anerkennung und Achtung der Opfer, die unsere Soldaten gebracht haben, in Anerkennung und Achtung der Schicksale der deutschen Zivilbevölkerung, daher allein der Tag der Niederlage. Und das wird er bleiben, bis wir Deutschen einen wirklichen Tag der Befreiung erleben, den Tag der Wiedererrichtung unseres Völkerrechtssubjekts, des Deutschen Reiches und des Endes der illegalen, hochkriminellen, bösartigen Besatzungsorganisation „Bundesrepublik Deutschland“ (BRD).

Als Deutscher, der buchstäblich jeden Tag die nichtstaatliche Kolonie der „Bundesrepublik Deutschland“ verachtet, die meiner Nation im Mai 1949 von den westalliierten Siegern Großbritannien und USA in ihrem ureigensten Interesse widerrechtlich aufgezwungen wurde, kann ich nur sagen, dass ich den Tag der Freiheit für mein Volk und für alle Völker der Welt erwarte. Für mich ist der 8. Mai deshalb ein denkwürdiger Tag. Ich erinnere mich auch an den heldenhaften Kampf des deutschen Soldaten, der seine Heimat, buchstäblich sein Zuhause und seine Familie, vor dem brutalen Zugriff der alliierten Streitkräfte verteidigte. Da er die veröffentlichten Pläne der Alliierten für Deutschland gut kannte („Deutschland muss untergehen“), kämpfte er absolut verbissen und bereit, sein eigenes Leben zu opfern, nicht für ein (bloß abstraktes) politisches System, sondern für reale Menschen. Diese Soldaten ehre ich heute. Ich verstehe und respektiere auch, dass andere Völker heute dasselbe mit ihren Soldaten tun.

Als Mann, der zur Befreiung seines Volkes von der Plage der Besatzung beitragen will, schöpfe ich Kraft aus den Worten eines Mannes, der 1924 in einer ähnlichen Situation war wie wir Deutschen heute: „Die Tugend besiegter Völker ist Geduld, nicht Resignation“. (Oswald Spengler, deutscher Philosoph)

Allen deutsch-blütigen Menschen echter deutscher Gesinnung ein herzliches
Heil und Segen!

Stefan H. Heuer, M.A.
Historiker, geboren 1964, arbeitete als Dozent in der Erwachsenenbildung und u.a,
in der Personalentwicklung für ein US-amerikanisches Unternehmen in Deutschland.